120 min. f 1.8 autumn forrest challenge

Landschaftsphotographie wie ich sie verstehe, ist kein Formel 1 Rennen und es geht nicht um möglichst viele sondern um möglichst schöne oder persönliche Lieblingsbilder. Warum also der seltsame Titel?

autumn swirl

Ich hatte jetzt seit über zwei Wochen nicht fotografiert und daher einen kreativen Stau im positiven Sinn 🙂   Dieses Wochenende wollte ich zwar nicht weit weg aber trotzdem wieder mal meine Kamera an werfen. Der schöne Herbst geht in die Endphase, aber die Blätter sind immer noch gelb – also ab in den nächsten Wald.

Ich weiss, die meisten Landschaftsfotografen planen akribisch und treiben einen enormen Aufwand, um ein Bild, das sie im Kopf haben umzusetzen wie es so schön heisst. Das mache ich auch manchmal – aber mir ist wichtig, immer offen zu bleiben, wenn die Bedingungen mal nicht so sind wie man es möchte oder geplant hatte. Sonst vergibt man sich eventuell tolle Chancen auf Bilder, die man so halt nicht im Kopf hatte.

systematic chaos

Um mir also zu beweisen, dass ich offen genug bin, hiess es ab in den mir völlig unbekannten Herbstwald und als Zusatzherausforderung nur Festbrennweiten (20 mm 1.8 und 85 mm f 1.8). Wie leicht doch mein Fotorucksack sein kann!   🙂  Zeit hatte ich nur knapp 2h, dann wurde es schon wieder finster im Wald.

systematic chaos II

Also, was kann man in zwei Stunden mitnehmen?  Die Farben waren prächtig, aber der Wald wie immer chaotisch, wie ich finde. Hier hat mir einmal die geringe Schärfentiefe mit weit offener Blende geholfen.

Ein anderes Hilfsmittel ist, das Stativ wegzustellen und die Kamera absichtlich zu bewegen bei einer etwas längeren Belichtung. Das gibt dann saubere Kompositionen auch im chaotischen Wald- auch wenn nur noch Farbe und keine Schärfe übrigbleibt. Intentional Camera Movement (ICM) heisst das, und Cezanne sowie Renoir hätten ihre helle Freude daran!

autumn on speed
autumn on speed II

Ja und zu guter Letzt soll man ja nicht nur rückwärts sondern auch mal auf den Boden schauen. Mit der 85 mm Portrait-Linse kann man auch Pilze porträtieren!  😉

fine art fungi
fine art fungi II

So, das wäre in etwa die „Ausbeute“ aus zwei Stunden. Wer jetzt glaubt, ich sei gestresst den Bildern nachgerannt – weit gefehlt. Nachdem ich mich die ersten 10 Minuten genervt hatte, keine Komposition im Chaos zu finden, habe ich mich an meinen neuen Leitspruch erinnert: Offen bleiben und Finden statt Suchen. Dann klappt’s auch mit den Bildern. Oder?  🙂

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